Die NASA hat Relativity Space als ihren kommerziellen Partner für eine neue Mars-Wissenschaftsmission ausgewählt, die für den Start im Jahr 2028 geplant ist. Dies gibt einem der bekanntesten Unternehmen für additive Fertigung (AM) in der Raumfahrtindustrie einen weiteren Schub.
Im Rahmen der Vereinbarung wird die NASA die Aeolus-Nutzlast bereitstellen, eine Reihe von atmosphärenwissenschaftlichen Instrumenten, die zur Untersuchung der Marsatmosphäre entwickelt wurden. Relativity Space wird das Raumschiff, die Trägerrakete und den Missionsbetrieb liefern, die für die Zustellung der Instrumente zum Mars erforderlich sind.
Die NASA sagt, dass die Mission Wissenschaftlern helfen wird, die Marswinde, Temperaturen, Staub und Wolken besser zu verstehen. Die Daten werden voraussichtlich zukünftige Roboter- und bemannte Missionen unterstützen, indem sie das Wissen über die Bedingungen verbessern, denen Raumfahrzeuge beim Eintritt und bei der Landung auf dem Planeten begegnen werden.
„Öffentlich-private Partnerschaften wie diese sind ein Multiplikator für die Wissenschaft“, sagte NASA-Administrator Jared Isaacman in einer Erklärung. „Durch die Kombination von erstklassigen Instrumenten der NASA mit kommerzieller Innovation und Investitionen können wir mehr Wissenschaft, öfter liefern und die Zeit verkürzen, die benötigt wird, um wesentliche Daten in die Hände von Forschern zu bringen, die sich auf zukünftige bemannte Missionen zum Mars vorbereiten.“
Aeolus wird vier von der NASA entwickelte Instrumente tragen, um die atmosphärischen Bedingungen auf dem gesamten Mars zu verfolgen. Das NASA Ames Research Center wird die Entwicklung und Integration der Nutzlast überwachen, während Relativity für das Raumschiff und den Missionsbetrieb zuständig sein wird.
Die Mission soll eine wichtige Wissenslücke für die zukünftige Marsforschung schließen. Durch die tägliche Verfolgung von Winden, Staub, Wolken und Temperaturen auf dem gesamten Planeten wird Aeolus Wissenschaftlern helfen, Modelle für den Eintritt, den Abstieg und die Landung von Raumfahrzeugen zu verbessern. Die NASA sagt, dass die Daten eine wichtige Rolle bei der Risikominimierung für zukünftige Robotermissionen und schließlich für bemannte Landungen spielen könnten.
Das Projekt wird im Rahmen einer sechsjährigen Space Act Agreement zwischen der NASA und Relativity durchgeführt, die einen Rahmen für die langfristige Entwicklung und die Missionsunterstützung bietet.
Für die AM-Industrie ist die Ankündigung wirklich erstaunlich, da Relativity Space seinen Ruf auf der großflächigen Metall-3D-Drucktechnologie aufgebaut hat. Das Unternehmen hat sein eigenes Stargate AM-System entwickelt und argumentiert seit langem, dass Raketen mit 3D-Druck schneller und mit weniger Teilen hergestellt werden können.
Das Unternehmen hat jedoch in den letzten Jahren einige Höhen und Tiefen erlebt. Seine Terran 1-Rakete sorgte 2023 für Schlagzeilen als erste weitgehend 3D-gedruckte Rakete, die den Weltraum erreichte. Dies war jedoch kein erfolgreicher Start, da das Raumschiff ein Problem mit seiner zweiten Stufe hatte und während seines einzigen Startversuchs nicht in die Umlaufbahn gelangte. Relativity zog das Programm später zurück und verlagerte seinen Schwerpunkt auf Terran R, eine wesentlich größere wiederverwendbare Rakete, die sich noch in der Entwicklung befindet. Natürlich war es enttäuschend, den Fehlschlag der Rakete bei diesem Versuch zu sehen. Dennoch wurde er als wichtiger Meilenstein sowohl für das Unternehmen als auch für die 3D-Druckindustrie angesehen.